Zwischen Schären, Schokolade und Stofftiergiraffen.

Oh du lieber Wettergott. Nachdem du uns vor ein paar Jahren in Oslo wirklich hast hängen lassen und uns nur Ärger gemacht hast, so hast du nun in Göteborg nicht nur Gas, sondern satte 200% gegeben. Wir erlebten die zweitgrößte Stadt Schwedens bei wahrem Bilderbuchwetter. Kein Wunder also, dass wir uns rundum wohl fühlten: tolles Wetter, schöne Architekur, traumhafte Landschaften, leckere Süßigkeiten und freundliche Einwohner.

Schon bei unserer Unterkunft verwöhnte Göteborg uns: Ein altes Schiff, umgebaut in ein Hotel (Ibis Styles) in perfekter Lage und mit leckerem Frühstück. So banal es auch klingt, mir hatten es vor allem die Eier angetan. Es gibt nicht viele (Low Budget) Hotels, die einen riesigen Korb hartgekochter Eier bereitstellen. Nicht nur diese glibberigen 6 Minuten Einheits-Eier. (Die standen daneben. Brrr.) Also..ein Hoch schon einmal darauf!

Ein zweites Hoch vergebe ich an den tollen Ausblick aus unserem Fenster. Einmal durften wir mit einen herrlichen Sonnenaufgang zusammen aufwachen. Die anderen Male fuhren Segelboote und Yachten an uns vorbei.

Vom Hotel aus haben wir ca. 10 Minuten zu Fuß zum Hauptbahnhof gebraucht. Von dort nahmen wir meistens die Straßenbahn, um Göteborg und Umgebung zu erkunden.

So zum Beispiel am ersten Tag. Das war der, als wir den schönen Sonnenaufgang vom Bett aus auf uns wirken lassen durften. Also fuhren wir direkt in die Natur. Mit der Straßenbahnlinie 11 ging es per Tagesticket in ca. 30 Minuten zur Endstation Saltholmen. Als wir angekommen sind, fingen die Einheimischen plötzlich an zum Hafen zu rennen. Wir dachten, es könne nicht schaden hinterherzulaufen. Und siehe da. Der Fährmeister (den wir von Weiten sahen) feuerte uns zum Endspurt an und legte sobald wir an Board waren ab.

Bei unserem zweiten Ausflug zu den Schären, waren wir dann diejenigen, die die Anderen zum mitlaufen animierten. Wir waren jetzt schon sowas wie Insider. Hihi. Außerdem wussten wir auch das es auf den langsamen Fähren richtig leckeren Tee und Kuchen gab.

Zu den Schäreninseln fahren verschiedene Fähren. Unter der Woche und am Samstag fahren diese in einem angenehmen Takt. Am Sonntag sollte man sich genau überlegen zu welcher Insel man fährt, denn nicht alle Fähren legen stündlich oder gar halbstündlich an. Es gibt Express- und Bummelfähren. Erstere heizen aber mal so richtig übers Wasser, letztere klappern auch die gefühlten 5 Einwohner-Inseln ab. Dafür gab es aber wie gesagt leckere Naschereien an Board. Und man fährt mit dem normalen Tagesticket (oder Einzahlfahrschein). Wir entschieden uns bei beiden Ausflügen für die Insel Vrangö, denn wir wollten vor allem spazieren und Ruhe.

Die belebtere Insel ist Styrsö. Hier steigt auch der Großteil der Touristen aus. Es gibt hier mehr Häuser, richtige Autostraßen, Cafés, Restaurants und Geschäfte. Aber auch Wanderwege und Fischerdörfer.

Auf Vrangö gibt es 3 Wanderwege, ein paar schwedische Bewohner, keine Autos (!), dafür eine Art Kreuzung aus Motorad und Fahrrad und einen tollen Aussichtspunkt. Außerdem ein Café und ein Restaurant. Ja, wie gesagt. Wir waren zum spazieren und Natur genießen dort. Und dafür war es perfekt. Am ersten Tag lockten uns der Aussichtspunkt und die 2 Wanderwege im Norden an. Bei dem ehemaligen Lostenaussichtspunkt überließen wir dann auch unseren gelben Buddybären seinem Schicksal. Wir versteckten ihn in der Geocaching Dose und machten uns dann auf zu den Wanderwegen. Nach ca. 2,5 Stunden Rundweg ging es zurück zum Fährhafen. Für den Wanderweg im Süden, muss man nicht ganz so viel Zeit einplanen. Könnte man aber, denn er ist traumhaft schön. Wir sind ständig irgendwo hinaufgeklettert oder sind ewig stehen geblieben zum Idylle genießen. Hier lasse ich einfach mal Bilder weiter sprechen.

Nun, natürlich sind wir aber nicht nur für die Schäreninseln nach Göteborg geflogen. Wir wollten natürlich auch noch etwas von der Stadt sehen. Es gibt nicht wirklich viele Hotspots und richtig große Sehenswürdigkeiten in Göteborg. Die Stadt selbst ist eben die Sehenswürdigkeit. Herrausragend ist dabei der Stadtteil Haga. Hier wimmelt es von schöner Architektur, tollen Restaurants, niedlichen Cafés, interessanten Geschäften und behaglicher Atmosphäre. Kopfsteinpflaster, Backsteinhäuser (…).

Auch schön ist die Umgebung rund um die Fischkirche (Feskekorka). Hier treffen urgemütliche Restaurants und Alte Depots auf moderne Architektur. Es gibt eine Art breite, autofreie Promenade. Ich fühlte mich ein wenig wie im Rostocker Stadthafen. Ein sehr maritimes Flair eben. Die Fischkirche, die eigentlich nur eine Verkaufshalle ist, aber von außen aussieht wie eine Kirche, ist übrigens nichts für Bummler und Zeitvergesser. Sie hat Samstags nur bis 15 Uhr geöffnet und am Sonntag gar nicht. Somit konnten wir sie leider nicht von innen besichtigen. Dafür fand ich 30 Glückskronen neben ihr. Kleine Versöhnung.

Wir investierten das gefundene Geld schon wenig später  in Schokolade. Gekauft haben wir diese im Süßigkeitenparadies. Eltern haltet eure Kinder fest, Pärchen eure Naschkatzen und -kater. Hier gibt es einfach alles und das in hundertfacher Ausführung.

Apropros Katzen und Kater. Im Stadtpark Slottskogen gibt es einen kleinen kostenlosen Zoo. Im Sommer für die kleinen Besucher einen Streichelzoo (Barnens Zoo), ganzjährig für Groß und Klein mehrere Gehege mit Elchen, Hirschen, Pinguinen, Gotland Ponies und Seehunden. Schöne Idee.

Ebenfalls schön ist ein Besuch der Masthauskirche  (Masthuggskyrkan). Das Dach der Kirche wirkt von innen wie ein umgedrehtes Wikingerschiff. Die Kirche liegt auf einem Hügel und so kann man von hier oben einen tollen Ausblick auf Göteborg genießen.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Oper, der Lilla Bomen (ein postmoderner Aussichtspunkt mit 360 Grad Blick) und die Skansan Kronan. Haben wir aber alles nicht (von innen) besichtigt. Vielmehr ließen wir uns einfach so durch die Stadt treiben und haben die Gesamtatmosphäre genossen. Dabei entdeckten wir auch die Plüschtiergiraffe. Das arme Ding. Ausgesetzt auf einem Geländer. Wir mussten jedenfalls an die Giraffe auf dem Balkon aus Helsinki denken und wunderten uns über die nordische Giraffenvielfalt. Dabei dachten wir immer Elche sind die Nationaltiere.

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Egal. Göteborg hat uns aufjedenfall sehr gut gefallen und mit knapp einer Flugstunde von Berlin aus, könnten wir unsere Sonntagsspaziergänge vielleicht öfter einmal auf die Schäreninseln verlegen. 🙂

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2 Antworten zu “Zwischen Schären, Schokolade und Stofftiergiraffen.

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