Budapest – ein absoluter Wintertraum!

Viele Städte auf der Welt sind meiner Erfahrung nach bei Sonnenschein und warmen Wohlfühl-Temperaturen erst richtig schön (sofern man es gern warm hat), manche anders gar nicht zu ertragen. Budapest jedoch scheint ein absolutes Allround Talent zu sein und ist sogar bei Schneesturm und klirrender Kälte einfach wunderschön!

2008 setzten Natti und ich uns in den Flieger und flogen mit easyjet für gerade mal 60,00 Euro pro Person von Berlin nach Budapest (und wieder zurück). Angekommen am Flughafen bahnten wir uns den Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und waren zunächst geschockt. Die Gegend die wir durchquerten war grau, staubig und irgendwie unheimlich. Aber schnell sollte sich das ins Gegenteil umkehren.

Wir bezogen unser Hostel „Riverside“, richteten uns auf einer Doppel-Matratze ein und schichteten uns dann nach Zwiebelprinzip die Klamotten über.

Und das war auch bitter notwendig: Draußen herrschte ein wildes Schneetreiben. Mutig, unerschrocken und abenteuerlustig strotzten wir jedoch der klirrenden Kälte und erkundeten die Stadt.

Einige Orte und Sehenswürdigkeiten waren dabei nicht nur wintertauglich sondern ein richtiger Wintertraum. Und genau diesen ist dieser Beitrag gewidmet:

Die alte Fischerbastei

Durch das schneebedeckte Budapest folgten wir immer unseren Nasen und gelangten so bald zu einem der romantischsten Plätze Europas – die Fischerbastei. Wie im Märchen steht sie dort, weiß, elegant, verspielt und sollten wir einmal heiraten: Hier müsste es sein. Gerade mal um die 110 Jahre ist die Bastei alt. Sie wurde in 7 Jahren errichtet und 1902 fertig gestellt. Die sieben spitzen Steintürme symbolisieren die Stammesführer Ungarns. Der Name rührt von der Zunft der Fischer, die im Mittelalter diesen Teil der Stadtmauer verteidigten.

Von hier oben lässt sich ein toller Ausblick auf die Stadt genießen. Das beeindruckende Parlamentsgebäude oder die Kettenbrücke geben eine tolle Kulisse ab. Die Fischerbastei und die angrenzenden alten Bauten lassen sich mit einer  alten Seilbahn erreichen.

Und wenn die Bastei dann von Schneeflocken umwirbelt wird und zarter Neuschnee den Boden bedeckt, dann gibt es kaum ein Fleckchen auf der Welt, der im Winter romantischer ist, als dieser. Es ist unverkennbar: das zwischen mir und der Bastei scheint irgendwie Liebe zu sein. 🙂

 Das Széchenyi Bad

Freibad im Sommer – das kann ja jeder. Im Winter aber macht es in Budapest besonders Spaß. Im Széchenyi Thermalbad zum Beispiel.

Wir laufen mit nackten Füßen durch den Schnee, steigen in das dampfende Becken, wie von Stecknadeln gestochen und lassen dann die Schneeflocken um uns wirbeln. Uns ist schön warm obwohl die kalte Winterluft unseren Atem gefrieren lässt.

Das alte Thermalbad besticht vor allem durch seine schöne Kulisse und seinen großen Außenbecken. Tag für Tag kann man sich hier im Winter aufheizen und so richtig entspannen. Für uns war es ein tolles Erlebnis. Am Tag noch in dicken Winterklamotten die Stadt durchstreifen, später unter freien Himmel im heißen Thermalwasser den Abend ausklingen lassen. Traumhaft!

Das Bad hat das ganze Jahr über geöffnet. Die Außenbecken sind von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr Abends nutzbar. Preise und Anreiseinformationen gibt es auf der offiziellen Homepage www.szechenyibath.hu.

Die zentrale Markthalle

Die Füße sind kalt, der Magen ist leer und die Schneeböen fliegen uns um die Ohren. Es wird höchste Zeit sich aufzuwärmen und etwas zu essen. In ein Restaurant wollen wir nicht, denn wir sind weiter auf Entdeckungstour. Dann steht sie vor uns. Die große Markthalle. Wir gehen rein und zuerst überkommt uns das Staunen. Die basilikaähnliche Halle sieht super aus. Auf drei Geschossen stapeln sich Gewürze, Salami (meiner Meinung nach ist die ungarische Salami, die leckerste Salami überhaupt), Chilischoten, Kunsthandwerk, Obst, Gemüse und allerlei Leckereien. Was ist eigentlich naheliegender als hier eine orginal ungarische Gulaschsuppe zu essen? Irgendwie gar nichts. Also tuen wir es. Danach sind wir auf den Geschmack gekommen und kaufen uns an den Marktständen direkt einmal die Zutaten für die Suppe.

Die Markthalle zu besuchen lohnt sich alleine wegen ihrer tollen Architektur. An den 180 Ständen lässt sich außerdem das eine oder andere Souvenir erhandeln. Danach ist einem auch wieder schön warm. 🙂

Budapester Weihnachtsmarkt

Kleine Hütten, besinnlich geschmückte Bäume, traditionelles Handwerk und ein volkstümliches Bühnenprogramm. Der Budapester Weihnachtsmarkt auf dem Vörösmarty Platz verzaubert seine Gäste von Ende November bis Ende Dezember. Der Markt ist traditionell, gemütlich und tatsächlich einzigartig schön. Hier gibt es kein unnützen Krimkrams, keine Allerwelts-Produkte, sondern meist selbstgemachte, weihnachtliche Produkte die einen Einblick in Ungarns Kultur bieten. Um die hohe Qualität des Marktes zu erhalten, entscheidet eine Jury darüber, wer hier was verkaufen darf und wer nicht. Meine kunterbunte Tasse aus Metall, entdeckt in einem Holzkorb, besitze ich noch heute.

Auf diesem Markt stimmt einfach alles – die Produkte, die Leckereien und die Atmosphäre. Für mich ist es einer der schönsten Weihnachtsmarkte überhaupt und unbedingt einen Besuch wert.

Morrisons 2

So und nun dürfen sich die Eisklumpenfüße warm getanzt werden. Der Club Morrison 2 ist laut eigener Aussage Budapests größter Club und bietet 6 Tanzflächen mit unterschiedlicher Musik. Davon ein Außenbereich. Was wir damals am besten und aufregensten fanden, war der schwarze Dancefloor. Hier gab es so gut wie keine Beleuchtung. Stattdessen immer wieder nur mal ein paar Laser. Und glaubt mir: durch die Dunkelheit tanzt es sich gleich ganz anders. Niemand sieht den anderen wirklich deutlich. Und genau so wird dann auch getanzt. Ungezwungen, ungehemmt und unermüdlich. Nie wieder davor und danach sind wir in irgendeinen Club so ausgelassen über die Tanzfläche gefegt wie dort.  So ist es nicht verwunderlich, dass mir dieser Club all die Jahre nie aus den Sinn gegangen ist. Daher kann ich ihn auch nur uneingeschränkt weiter empfehlen. Morrisons 2 bietet  von Montag bis Sonntag für alle tanzwütigen ein abwechslungsreiches Programm. Darunter einmal wöchentlich auch Karaoke. Hier geht es zur Homepage.

Digital Camera

Baum des Lebens

Bedächtig und elegant präsentiert sich der Baum des Lebens im Schneegestöber. Der Anblick faszinierend. Die Geschichte traurig. Der Baum des Lebens steht im Innenhof der großen Synagoge und gilt als Holocaust Denkmal. Auf seinen nie welkenden Blättern, stehen die Namen vieler Opfer des Nazi Regimes. Er steht also da, trotzt dem kalten Winter und scheint eine Symbiose mit ihm eingegangen zu sein: Sie geben ein wunderschönes Paar.

CIMG9791

Nun könnte ich mich ja glatt auf den Winter freuen. Die Budapester und all seine Winterbesucher können es meiner Meinung nach  auf jeden Fall! 🙂

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