Tallinn: Reise zurück ins Mittelalter

Während unserer kleinen Osterreise nach Helsinki, hatten wir uns vorgenommen auch mal im „gegenüber liegenden“ Tallinn vorbei zu schauen.

Wir nutzen dafür die Fähre von Eckerö Lines. Die Tickets haben wir vorab im Internet gekauft und zahlten gerade mal 19,00 Euro pro Person für die Hin- und Rückfahrt. Wir haben uns also morgens gegen 6 Uhr auf den Weg zum Hafen gemacht. 11 Uhr waren wir in Tallinn und 19 Uhr legte die Fähre wieder ab.
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Vor uns lagen ein paar wunderbare Stunden im bezaubernden Tallinn. Oder besser: in Tallinns Altstadt. Für mehr reicht die „Ein Tagestour“ dann leider doch nicht. Aber die Altstadt ist sicherlich auch einer der Höhepunkte, ausgezeichnet durch die Unesco, als Weltkulturerbe.

Vom Hafen aus gelangten wir, nach ein paar Minuten Fußweg, durch ein altes Stadttor in die Altstadt. Ab dem Moment wurde es für unsere Kamera wirklich anstrengend. Eine hübsche Fassade folgte der Nächsten. Die alten Bauwerke übertrumpften sich gegenseitig. Ich persönlich konnte mich gar nicht satt genug sehen und hätte am liebsten jedes Detail, jeden alten Ziegel fotografiert. Gut, ich bin dem fast gerecht geworden (zum Unmut Andis der alle 2 Sekunden auf mich warten sollte 😛 ), aber irgendwann musste die Kamera doch mal ein Päuschen machen und wir haben uns einfach treiben lassen.

Tallinns Altstadt ist in weiten Teilen noch von seiner alten Stadtmauer umgeben. Innerhalb dieser Mauern finden sich viele kleine und größere Straßen. Diese führen zum belebtem Marktplatz, zu wunderschönen Kirchen, Cafés die weit oben in alten Gemäuern liegen, zu glücklichen Schornsteinfegern, zu alten Grabsteinen, tollen Aussichten und leckerem Essen.

Auf dem alten Markplatz kann man zum Beispiel noch einen Blick in die älteste Apotheke Tallinns (und gleichwohl auch die älteste noch betriebene Apotheke Europas!!) werfen. Leider war uns, aufgrund der Öffnungszeiten, nur der vordere Teil einsehbar. Im hinteren Teil zeigt die Apotheke Zimmer mit alten Behandlungsmethoden der Kranken. Das hätte ich gern gesehen.

Der Marktplatz bietet neben vielen alten Häusern, aber auch noch einige Restaurants. Zum Beispiel das III Draakon am Rathaus. Hier gibt es u.a. Elchsuppe und verschieden gefülltes Blätterteiggebäck. (Achja und ihrem Namen absolut gerecht werdene Salzgurken..die kriegt man kostenlos zum Essen dazu. Man darf soviel man möchte davon nehmen. Ich habe das leise Gefühl, mit den übersalzigen Dingern werden sie sicherlich, trotz kostenfreier Zugabe, kein Verlust-Geschäft machen.)

Im III Draakon geht es zu wie im Mittelalter. Die Bedienung bewirtet in alten Magdkleidern, die Einrichtung besteht aus Holz, Stein und Kerzenwachs (sogar die Toilette ist die Nachbildung eines Plumpsklos) und Besteck ist nicht vorhanden. Es durfte also ordentlich geschlürft werden. Uns hat diese Kombination wirklich gut gefallen.

Darum sind wir am Abend auch noch einmal in ein anderes mittelalterliches Restaurant gegangen. Auch dieses befindet sich nahe des Marktplatzes. Schon der Name hat mich als geborene Hansestädterin angezogen: „Olde Hanse“. Hier gibt es vom Sauerkraut bis zum Bärenfleisch allerlei leckere Köstlichkeiten. Einrichtung und Details waren liebevoll und die Bedieunung außerordentlich nett. Wir haben uns ja schon in Helsinki so gut aufgehoben gefühlt. In Tallinn war dies nicht anders. 🙂

Um den Eindruck zu bestärken, dass wir viel am Futtern waren, nun noch folgende Empfehlung: ein Café, nahe der Alexander Newski Kathedrale, hoch oben in der Stadtmauer mit tollen Blick über Tallinn. Es ist ein kleines Abenteuer dort hochzugelangen. Die Treppen waren ziemlich steil. Oben sitzt man dann auf alten Holzbalken, in dem Gang, der früher dazu diente von Wachturm zu Wachturm zu gelangen. Hier haben wir uns noch einen leckeren Milchshake gegönnt und die Aussicht genossen.

Aber das Schlemmen musste auch mal ein Ende haben und die Erkundungstour durch Tallinn weiter gehen.

Es zog uns zum Katharinengang. Eine wirklich alter Gang der zwei Straßen miteinander verbindet und damals wie heute Kunsthandwerk (zum Beispiel Glasbläserei) beherbergt. Die Atmosphäre dort ist einzigartig.

Folgt man dem Katharinengang kann man sich in ein altes unterirdisches Kloster begeben. Heute ist es ein Atelier (in dem man keine Fotos machen darf), aber die Stimmung nach wie vor mystisch.

An das Atelier grenzt ein Stückchen Stadtmauer. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, sind hinauf gestiegen und haben Tallin dort von oben bestaunen dürfen.

Doch leider nährte sich unser Entdeckungsreise durch Tallinn bald auch schon dem Ende.

Wir schlenderten noch einmal durch die uralten Straßen, mit den vielen geschichtsträchtigen Häusern, die einst Kaufleuten, Gilden, Handwerkern, Mägden (…) ein Zuhause und eine Zusammenkunft boten und ließen uns von Tallinns unvergleichbaren Charme gefangen nehmen.

Die Altstadt ist wirklich wunderschön und so sympathisch. Sie verzaubert mit 900 Jahren Geschichte. Alles begann mit einer hölzernen Burg auf dem heute so genannten Domberg und endete mit einem Schmuckstück direkt an der Ostsee! Tallinn du bist wunderbar! Irgendwann kommen wir zurück und entdecken auch noch den Rest von dir! 🙂

 

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