Helsinki: Zwischen gebratenen Sprotten, Lagerfeuer und Kanonenrohren

Helsinki ist eine Stadt zum wohlfühlen. Sie liegt an der Ostsee, bietet viele grüne Ausflugsziele, eine interessante Innenstadt und ist vor allem super sympathisch.

Gute Idee also, dass Andi und ich uns am Gründonnerstag mit Finnair auf den Weg machten um sie zu besuchen. Der Flughafen liegt in Vantaa und ist ca. 30 Minuten von der Innenstadt entfernt. Es fahren einige öffentliche Busse zum Hauptbahnhof. Wir haben den Transferservice von Finnair benutzt (knapp 6,00 Euro p.P.), da der Bus am schnellsten abgefahren ist und es 23 Uhr ziemlich kalt war. 😉

Schon mit der Ankunft in unserem Hotel ging das Abenteuer los. Wir übernachteten in einem alten Gefängnis auf der Halbinsel Katajanokka. Best Western hat das ehemalige Sträflingslager zu einem Hotel mit ganz besonderen Flair umgebaut. Die damaligen Zellen wurden in komfortable Zimmer verwandelt. Ich war gespannt wie es sein würde dort zu schlafen, vielleicht würde man sich ja beengt oder eingesperrt fühlen – immerhin gehen die Fenster nicht zu öffnen. Aber letztlich waren die Zimmer geräumig und erst der Blick auf den Flur erinnerte uns an die Vergangenheit des Hauses.

Ganz besonders begeistert war ich von dem leckeren Frühstück im hauseigenen Restaurant Jailbird. Es bot frisches Obst, ganz besonders leckere Brötchen, Eier, Haferbrei (jaaa. ich bin bekennender Haferbrei Fan!), Karelische Piroggen. Es war ein prima Start in den Tag.

Helsinki ist eine Stadt die sich super zu Fuß erkunden lässt. So sind wir bereits am ersten Tag etliche Kilometer abgelaufen. Vorbei an der Uspenski Kathedrale, hinein in den Hafen, danach zum Parlament, es folgte ein Spaziergang entlang der Esplanade, hin zum beeindruckenden Hauptbahnhof. Gewöhnliches und ungewöhnliches konnten wir dabei entdecken.

Besonders schön, aber auf dem ersten Blick nicht unbedingt einordbar, ist die Holzkapelle im Stadtteil Kamppi. Von außen ist sie ein irgendwie nicht in die Umgebung passendes Gebilde, von innen absolut faszinierend. Eine Ruhepool inmitten der Hauptstadt.

Eine ebenso kuriose Kapelle bzw. Kirche ist definitiv die Felsenkirche. Sie wurde in einen der vielen Felsen, die Helsinkis Stadtbild prägen gesprengt und 1969 fertiggestellt. Heutzutage versprüht sie einen unvergleichbaren Charme. Zumal dem Besucher eine liebevolle, musikalische Untermalung erwartet. Hier hält man sich gerne auch mal ein paar Minuten länger auf.

Unser Weg durch die Straßen Helsinkis führte uns bald wieder Richtung Wasser. Hier entdeckten wir es dann, das Café Regatta. Wobei: Eigentlich entdeckten wir zuerst eine RIIIEESSSENNN Menschenschlange, die wohl für irgendwas – wahrscheinlich sehr, sehr leckeres – anstand. Nach dem Ablaufen der Schlange entdeckten wir dann eigentlich erst das Café. 😉 Wir überlegten ob wir uns einreihen sollten, irgendwas tolles würde es da wohl geben, entschieden uns aber an diesem Tag dagegen. Als Andi am Abend das sonderbare und beliebte Häuschen bei Tripadvisor.de entdeckte, konnten wir das Geheimnis des begehrenswerten Etwas lüften und kehrten am nächsten Tag noch einmal zurück.

Es erwarteten uns eine kleinere Schlange (jipppieh), ein einzigartig-eingerichtetes Caféhäuschen (in dem sogar die Toilette ein Kunstwerk ist), ein Lagerfeuer an dem man seine Würstchen selber grillen kann und selbstverständlich DAS begehrenswerte Etwas: super leckere Korvapuusti (finnische Zimtschnecken).

Die Atmosphäre ist fantastisch und das Gebäck, sowie die Wurst echt lecker. Für uns eine der besten Entdeckungen in Helsinki! 🙂

P1100869Die Schlange am Café am ersten Tag.

Während unserer Rundtour durch Helsinki schauten wir uns noch das Sibelius Monument an – ein interessantes Fotomotiv und machten Stopp im kleinen Wintergarten, der ganzjährig exotisches Flair nach Helsinki bringt. Hier machen es sich auch die Einheimischen gern bei Kaffee und Kuchen bequem (wobei Kaffee und Kuchen nun nicht unbedingt so das exotische Flair unterstützen 😉 )

 

Irgendwann taten uns dann doch die Füße weh und wir setzten uns in die Straßenbahnlinie 3. Diese ändert sich im Laufe der Fahrt in die Linie 2 und fährt eine super schöne, große Runde durch die Stadt. Für uns war das eine herrliche Möglichkeit unseren Füßen einen Gefallen zu tun und sie mal eine Weile in Ruhe zu lassen.

Nun ja. Nach 60 Minuten (so lange dauert die Runde) mussten sie aber wieder ran. Es zog uns ins Restaurant Kaarna, nahe des Hauptbahnhofs. Wir waren mutig: als Vorspeise gab es Elchsalat auf Schwarzbrot, als Hauptspeise Elch Burger. Wir konnten nur hoffen, dass uns die Vorspeise schmecken würde, sonst hätten wir mit dem Hauptgericht eindeutig den schwarzen Peter gezogen. Aber es ist alles gut gegangen. Elch schmeckt fantastisch! Vor allem in der Kombi mit der süßen Zwiebelsoße (die besser schmeckt als sie aussieht :)) und der roten Bete.

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Am nächsten Tag zog es uns zu der ehemaligen Festungsanlage Suomenlinna. Vom Marktplatz aus setzt man in 15 Minuten mit der Fähre über. Die Insel gehört zum Unesco Weltkulturerbe und obwohl der Frühling hier erst 2 Wochen später als auf dem finnischen Festland einkehrt, holten Andi und ich uns tatsächlich den ersten Sonnenbrand des Jahres.

Die Insel, bewohnt von rund 800 Einwohnern (deswegen fahren die Fähren auch noch bis spät in die Nacht), fordert mindestens 2-3 Stunden Erkundungszeit. Sie lädt immer wieder dazu ein sich hinzusetzen und die frische Seeluft und den Blick aufs Meer zu genießen. Vor allem aber spaziert man gut auf ihr. Von dem oberen Wall aus gesehen, fühlt man sich manches mal wie bei den Hobbits, der Häuser wegen. Die vielen erhaltenen Kanonen führen einen aber schnell zurück zu der wahren Geschichte der Insel.

Eine weitere (Halb)Insel die Geschichten erzählt ist Seurassari. Hier gibt es ein Freilichtmuseum, welches einige alte Bauten aus vergangenen finnischen Zeiten zeigt. Allerdings hat dieses nur im Sommer „geöffnet“. Dann nämlich sind Schauspieler vor Ort und die Häuser von innen begehbar. Damit die Winter/Frühlingstouristen aber nicht ganz so traurig sind und auch noch was lernen können, sind alle Häuser auf dem Rundweg mit Infoschildern ausgestattet. So lohnt sich auch in der Nebensaison eine Fahrt (mit Buslinie 24) nach Seurassari!

Apropros lohnenswert: am Markttag frischen Fisch im Helsinkier Hafen essen! Neben Lachs, gönnten wir uns Sprotten – gut gebraten mit Kopf und Schwanz! Das lies mein Rostocker Ostseeherz gleich zwei mal höher schlagen.

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Und so kann mein Fazit auch nur lauten: Helsinki – das passt einfach. Freundliche Menschen, die Ostsee vor der Tür , Möwen die brav über den Zebrasteifen laufen (das haben wir so bisher auch noch nie gesehen. hahaha), Giraffen auf dem Balkon und Sprotten mit Knoblauch Dip! Eine herrliche und lohnenswerte Kombination.

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6 Antworten zu “Helsinki: Zwischen gebratenen Sprotten, Lagerfeuer und Kanonenrohren

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  4. Super! Wieder einmal ein sehr inspirierender schöner Bericht aus der Welt!! Du hast mir große Lust gemacht nach Helsinki aufzubrechen!!! Danke! 🙂

    • Das freut mich total 🙂 wobei es mir das super schöne Wetter vor Ort auch echt leicht gemacht, besonders positiv über Helsinki zu berichten. Hihi.

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