1.000 Düfte, 4 Nächte und 1 Bilderbuch Augenblick

Istanbul – eine Stadt in der 15 Millionen Menschen kaufen, tauschen, handeln, laufen, lauschen, hetzen, knien, beten, singen, schreien, unglaublich lecker kochen. Eine Stadt die dich mehrmals am Tag zum Gebet ruft, die dich immer wieder aufs neue aufs Wasser und in die Höhe treibt, um ihre unglaubliche Silhouette zu bestaunen. Eine Stadt die glitzert und pulsiert, die überrascht und fasziniert, die unruhig, aber dennoch unglaublich gelassen daher kommt. Die nach türkischem Tee und Apfel schmeckt. Süß und erfrischend, manchmal aber auch einfach nur nervraubend und anstrengend.

3,5 Tage hatten wir Zeit die Metropole zu entdecken. Mischten uns unter die 15 Millionen anderen Menschen. In unserem Viertel „Sultanahmet“ waren wir bereits mitten in einem der schönsten Flecken Istanbuls. Zugegeben, es reiht sich ein Restaurant an das Nächste, ein Hotel an das Andere und wir waren dort nicht gerade unter Istanbulern, aber dieses Viertel ist wirklich wunderschön. Die Blaue Moschee, die Hagia Sophia, der Top Kapi Palast und die Basilica Cysterna waren von unserem Hotel nur einen Katzensprung entfernt.

So waren es die ersten Höhepunkte die wir in Istanbul verlebten. Zwar brauchten wir mehrere Anläufe um die blaue Moschee auch mal von innen zu sehen (unser perfektes Timing zog uns immer zu den Gebetszeiten, wo Touristen unerwünscht sind, zu der Moschee), aber irgendwann war es soweit. Die Schuhe mussten wir ausziehen und ich ein Tuch über den Kopf legen. Dann zeigte sie sich uns – glanzvoll und beeindruckend. Gleiches gilt auch für die Süleymaniye Moschee.

Die Hagia Sophia machte es uns leichter – sie ist zu jeder Zeit zu besichtigen. Einst eine Kirche, dann eine Moschee und nun ein Museum. Christliche Mosaiken wurden einstmals zerstört, ersetzt durch arabische Schriften und dann wieder aufgearbeitet. Kronleuchter und überdimensionale vergoldete Holztafeln zieren ihr Inneres. Christentum und Islam zeigen sich uns Seite an Seite.

Weniger symbolisch, aber sehr mythisch ist die Basilica Cysterna – auch „der versunkene Palast“. Unzählige Säulen zieren einen ehemaligen Wasserspeicher. Wasser gibt es dort noch immer – Fische auch. Und 2 Medusen Köpfe, die uns glücklicherweise nicht zu Stein erstarren liesen, denn die Armen fristen ihr Dasein verkehrt herum. Sie stehen Kopf, verzaubern tun sie einen irgendwie aber doch. 🙂 Alles in allem birgt die Basiclica Cysterna eine schaurig schöne Atmosphäre.

Einer der schönsten Momente in Istanbul war jedoch auch einer der Einfachsten. Wenige Schritte vom Top Kapi Palast entfernt, gibt es eine kleine unscheinbare Terasse, auf der es türkischen Tee zu trinken gibt. Dort setzten wir uns auf die kleinen kniehohen Stühle, erhielten eine Ladung Tee, für die wir wenigstens eine Stunde zum austrinken brauchten und hatten eine traumhafte Aussicht auf Istanbul. Die Sonne kitzelte unsere Nasen, der Wind wehte eine erfrischende Bosporusbrise herüber, der Tee schmeckte herrlicher als irgendwann sonst – was kümmmerte uns in diesem Moment der Rest der Welt?

Auch wenn dieser Augenblick hätte ewig dauern dürfen, stürzten wir uns bald wieder in das pulsierende Leben dieser Stadt – fuhren nach Ortaköy. Hier fanden wir ein wenig mediterranes Flair. Und eine ganz eigentümliche Spezialität. Riesige Ofenkartofeln, die man mit allerlei Köstlichkeiten befüllen lassen kann (Kumpir). Salat, Gemüse, Saucen, Käse, Oliven… In allen Straßenecken werden sie verkauft und gegessen. Als Dessert gibt es dann riesige Waffeln mit ebenso vielen Füllmöglichkeiten. Obst, Schokolade, Kekse, cremig-süße Saucen.

Kulinarisch kann Istanbul aber auch traditionelleres bieten. Von dem leckeren Kebab habe ich schon berichtet. Vom frisch gepressten Granatapfelsaft, dem Turkish Delight, dem Lokma oder den unzählig leckeren Gebäck noch nicht. Man sollte sich definitv mal durchprobieren. Gerade an den kleinen Imbissen schmeckt es besonders gut. Und auch die Pistazien auf dem Gewürzmarkt laden zum probieren ein.

3,5 Tage waren wir Teil dieser köstlichen, bunten und lebendigen Stadt. Hat sie es überhaupt gemerkt, diese Stadt in der 15 Millionen Menschen kaufen, tauschen, handeln, laufen, lauschen, hetzen, knien, beten, singen, schreien, unglaublich lecker kochen?

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