Von Dieben und Schlägertypen…

Wie sagt man so schön: es ist nicht alles Gold was glänzt. Und manchmal trügt der Schein, in diesem Fall vom ruhigen, paradiesischen Sandstrand im Nationalpark Manuel Antonio.

Der Park nahe Quepos ist einer der kleinsten geschützten Naturgebiete in Costa Rica – verstecken muss er sich aber definitiv nicht. Was ihn auszeichnet ist das Zusammenspiel zwischen Regenwald und direkt angrenzenden weißen Traumstränden wie sie im Buche stehen. Die Ticos die den Park besuchen, kommen zu 95% nur um zu baden. Das wäre sicherlich anders, wenn sie wie wir Touristen auch 5000 Colones (ca. 8 €) Eintritt zahlen müssten. Sie zahlen stattdessen nur 1000 Colones.

Dafür unterstützen wir mit jedem Eintrittsgeld den Erhalt der wundervollen Wälder. Als Dank dafür werden wir dann beklaut. Was für Zustände im Paradies!

Aber was ist nun eigentlich passiert?

Angefangen hat alles mit einem Spaziergang durch den Park. Affen, Geckos, Krabben und zahlreiche Schmetterlinge begleiteten unseren Weg. Es war wieder einmal wahnsinnig heiß, noch schlimmer aber: es war auch total feucht-schwül.

Wenn sich dann die körpereigenen Flüssigkeiten, sprich der Schweiß (dieses Wort ist so unschön und nimmt alles seinen Glanz, aber man kann es nicht verleugnen: soviel wie wir hier schwitzen können wir gar nicht trinken) mit der Sonnencreme vermischt, gibt das eine schöne Kleberei.

Aus diesem Grund gingen wir uns im Pazifik abkühlen. Im Reiseführer wurden wir schon darauf aufmerksam gemacht, dass man sein Hab und Gut immer im Blick behalten soll. Also gingen Andi und ich nacheinander ins Wasser. Nach einer Weile hörte ich es hinter mir rascheln. Wie vom Blitz getroffen lief der dreiste Dieb mit einer Tüte davon – und ich ihm hinterher. Der freche Waschbär raste mit meiner Bürste (eingewickelt in der verheißungsvoll knisternden Tüte) über den Strand. Als ich ihn in die Enge getrieben hatte, ließ er die Tüte fallen und Andi war plötzlich auch vor Ort. Total perplex erzählte ich ihm davon und legte die Tüte zurück in den Rucksack.

Der Waschbär jedoch war wild entschlossen sich definitiv noch meine wundersame Tüte zu krallen. Und das tat er dann auch. Nun rannten Andi und ich ihm beide hinterher. In letzter Sekunde zog Andi ihn kurz (und gewiss liebevoll sowie behutsam) am Schwanz und der Waschbär lies seine Beute fallen. Ich bin froh, dass wir ihn vor der großen Enttäuschung einer nicht essbaren Bürste gerettet haben. 🙂

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Und dann war da doch auch noch der erwähnte Schlägertyp. Mit dem haben wir uns aber nicht angelegt. Diesmal waren wir nur staunende Zuschauer. Aber wir haben uns ja auch nicht auf seinen sonnigen Stammplatz gelegt. Die Rede ist von einem riesigen Leguan! Eine Riesenechse! Gigantisch und respekteinflößend zugleich.

Seinen ersten Angriff vollzog er kurz nachdem wir am Strand angekommen sind. Ein Pärchen lag derweil auf einem sonnigen Platz neben einer Palme und der Leguan kroch zuerst noch friedlich und langsam heran. Alles nur Tarnung! Mit einem Mal zog er das Tempo an, stürzte auf das Pärchen zu und sprang es an. Himmel haben die sich verständlicherweise erschrocken.

Sie räumten sofort den Platz und der Leguan, dieser alte Stänkerer, begann sich zufrieden zu sonnen.

Irgendwann wurde es ihm wohl zu heiß und er verließ den Kampfplatz.

Es kam wie es kommen musste. Nichtsahnend ließen sich die Nächsten an der selben Stelle nieder. Es dauerte keine 5 Minuten und der Leguan war wieder da. Er kroch erst langsam und dann rannte er. Dieses mal noch schneller als zuvor, dann sprang er mit geöffnetem Maul auf die Ahnungslosen zu.

In wenigen Sekunden hatte das angriffslustige Reptil seinen Stammplatz zurück.

Und wir? Wir machten uns irgendwann aus dem Staub und legten uns mit wachsamen Augen auf unsere Rucksäcke nur noch auf Schattenplätze! 🙂

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