Back to Nature…

So ganz treffend ist dieser Satz zwar nicht, da wir schon in Tortuguero mitten in der Natur „unsere Zelte aufschlugen“, aber back to the roots trifft es wohl ganz gut. Unsere Reise führte uns nämlich zu den Bribris, einen Ureinwohnerstamm Costa Ricas.

Allein die Anreise ist bereits ein wahres Abenteuer. Der nette Tico, über den unbedingt zu erwähnen ist, das er uns ungewöhnlich pünktlich abgeholt hat, fuhr mit uns ca. eine halbe Stunde über ganz gewöhnliche Straßen, bis er dann ins Nirgendwo abbog. Was folgte war eine ebenso lange Schotterfahrt, die sich mindestens doppelt so lang anfühlte. Wenn plötzlich abgebremst wurde, lag dies nicht immer nur an den Schlaglöchern, sondern auch an total relaxte Streuner, die die Gegend ausschnüffelten oder an kleinen Flussläufen, die unseren Weg kreuzten. Wir hatten Glück das es schon ein paar Tage nicht geregnet hatte und wir diese so problemlos überqueren konnten.

Im wunderschön klingenden Umsteige-Dorf Bamboo angekommen, erwarteten uns schon die ersten 3 Bribris. Mit ihnen und zwei Belgiern machten wir uns per Boot auf den einstündigen Weg in ihr Dorf. Der fehlende Regen lies uns das eine oder andere mal an den Flussgrund stoßen, aber ertrinken konnten wir mit unseren stinkenden und abgewetzten Rettungswesten ja zum Glück nicht. (Ja es ist paradox. Auf dem Rückweg heute haben wir auf den niedrigen Wasserstand aufmerksam gemacht und mussten die Westen nicht tragen.)

Dann waren wir endlich da. Die Fahrt über den Fluss und entgegen der Stromschnellen war total faszinierend, der Gang ins Dorf unbeschreiblich. Wir waren nun mitten unter den ältesten Einwohnern Costa Ricas.

Begrüßt wurden wir mit einem Mittagessen. Es gab unter anderem Bananenbrot (sooo
lecker) und selbstverständlich Reis.

Danach wurde uns unsere Hütte gezeigt. Ein sehr einfaches, aber schönes Haus aus Holz, bestehend aus 3 Etagen. Eine geschlosse und zwei offene, mit Hängematten und „Draußen-Schlaf-Zelte“.

Entgegen meiner Vermutung, hatten wir sogar eine richtige Dusche. Also ein Rohr und einen Betonboden. Und ganz normale Toiletten. Luxus im Urwald! 🙂

Wir haben uns an diesem Tag noch das Dorf angeschaut. Die Bribris wohnen nicht gerne dicht an dicht. Es sind immer 10-20 Meter „Grünfläche“ (haha) zwischen den Häusern der Familien. 

Dort laufen dann die Truthähne, Hühner, Pferde, Hunde und Schweine umher. Also das waren die Haustiere. Vergessen wir nicht die Spinnen, (Mini)Skorpione, Kröten, Libellen, Grashüpfer…kurz: alles was ich nicht leiden kann, unangemeldet umher.

Aber zurück zum Dorf: neben den Familienhäusern, wurde uns die Kirche, die Grundschule und das College gezeigt. Die Schulen waren richtige Anlagen, mit verschiedenen Klassenräumen, Pausenhöfen und einen Raum fürs Mittagessen. Und alle Räume waren offen. Der Sommer also, sitzt das ganze Jahr mit auf der Schulbank! Wie schön!!

Am Abend kamen wir zu meinen persönlichen Highlight: Schokolade herstellen. Dafür haben wir getrocknete Kakaobohnen gemahlen und sie dann durch eine Art Fleischwolf gepresst. Entstanden ist eine braune Paste, an der man richtig viel Freude hat, wenn man süße Kondensmilch hinzugibt. Der Geschmack war einzigartig und fehlt mir jetzt schon!!

Nach diesem Tag voller neuer Eindrücke haben wir unser Nachtlager draußen, naja, draußen überdacht, in der 2. Etage aufgeschlagen. Herrlich!

Den nächsten Morgen begannen wir mit einer kalten Dusche und Ananas sowie Bananenbrot zum Frühstück. (Und Reis!)

Danach erkundeten wir zusammen mit unseren Guide Albin den Regenwald in Panama. Ja, die Bribris trennt von Panama nur ein Fluss.

Leider ging es nur Bergauf. Das ist zwar förderlich für eine schöne Aussicht, aber bei diesem Klima eine wahre Herausforderung. So schnell und viel wie man schwitzt kann man gar nicht trinken. Also haben wir uns auf dem Rückweg in einem Wasserfall erfrischt.

Nach wenigen, weiteren Stunden haben wir Abschied genommen von den Bribris und fuhren mit dem Strom zusammen Richtung Bamboo. Natürlich traf uns, der für uns erste Regen hier, genau im richtigen Moment: im Boot ohne Schutz und Regenjacken (die liegen gut verstaut in den Rucksäcken). Und immer wenn der Regen aufhörte und wir gerade wieder trockneten, setze der nächste Schauer ein. Am Ende waren wir klitsch-nass, aber zumindestens erfrischt. 🙂

Nun sind wir in Puerto Viejo angekommen. Von hier geht es weiter nach Panama, zum Inselparadies Bocas del Toro.

Vielleicht können wir dort ein paar mehr Fotos hochladen. Bis dann ihr Lieben!

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2 Antworten zu “Back to Nature…

  1. Ohman, das kingt wieder super spannend und vorallem auch lecker 🙂 Durftet ihr dort Fotos machen? Aber so wie du immer schreibst, hat man fast Gefühl, mit dabei zu sein!

    • Ja wir durften Fotos machen. Zum Glück 🙂 ein paar sind jetzt ja online, aber der Großteil ist natürlich auf der Kamera. Schade, dass man Geschmack nicht übertragen kann, denn die Schokolade war sensationell 🙂 freue mich das du immer so fleißig kommentierst. :-*

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